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Mein Fehler...

Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Flüssiger.

Ich dachte die Dinge würden ineinander übergehen. Dass sich eins dem anderen die Hand reicht. Dass beim Abschied ein wenig mehr. Und dass nach einem Anfang genug. Zeit bleibt. Bis zum nächsten Abschied.
Ich dachte alles wäre ein großer Fluss. Mit zwei Ufern links und rechts. An denen man sich raushalten kann. Oder Steine springen lassen. Mit seichtem Wasser an den Rändern. Für die, die sich nur die Hosen hochkrempeln wollen. Und einer reißenden Strömung in der Mitte. Für jene mit Ziel. Denen das Wie an sich nichts bedeutet.
Ich dachte es würde seinen Weg ins Tal finden. Aber es staut sich in der Brustgegend. Ich dachte es würde einem die Kehle hinunter stürzen. Aber es wird im Mund immer mehr.

Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Weicher.

Man bedeckt sich gegenseitig mit Schrammen. Man schürft sich tiefe Wunden in die Herzen. Man versteinert innen wie außen und kann sich bald um keine Kurve mehr biegen. Man fällt aufeinander herein. Und es sammeln sich die blauen Flecken in den Geschichten von früher. Man kämpft umeinander solang mit harten Bandagen. Bis man den anderen Gegner nennt. Man lässt sich einen Dreitagebart am Glaskinn stehen. Und provoziert lieber Tiefschläge. Man spricht mit verstellter Stimme und sammelt die Kreide daheim im Medizinschrank. Jeder räumt seine Gästebetten in die Besenkammer. Damit keiner länger als nötig bleibt. Es wird auf den Böden geschlafen. Lieber noch als an Schultern geweint.
Man ist so steif geworden. Man kommt ja kaum noch an sich selbst heran.


Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Langsamer.

DieSonnegehtnichtaufundunter. SieistnichtmehralseinBlitz.
DieTagenützeneinemnichts. DiemeistentaugennichtmalfüreineErinnerung.
DieMenschenkommengehen. IhreGesichterbeginnenschonsichzuähneln.
ManhatsovielfreieZeit. UndsperrtsiesichansHandgelenk.
GroßspurigeAutobahnen. Mankannsichrechtsundlinksselbstüberholen.
DieMenschensuchenunentwegt. Undverbrauchensichineinemfort.
Wasduheutekannstbesorgen. Hättegesternschonmitdhlkommensollen.
KannstdunichtSchritthalten. WarstduvonAnfanganzurückgeblieben.
Esgiltanzukommen. DabeigabesaufdemWegvielzusehen.

Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Konstanter.

Und zwar ungefähr so.
Man findet etwas. Wonach man sich lang die Halswirbel krumm gesucht hat. Und behält es für sich. In der Hosentasche zum Beispiel. Und fährt mit den Fingern heimlich darüber, wenn man etwas von seinem Glück braucht. Oder. Benutzt es weil es einem gerade in den Kram passt. Manche Sachen sind ja so praktisch, dass man sie theoretisch zu allem benutzen kann. Oder. Stellt es dahin, wo man es gern ansieht. Auch wenn man ihm das Alter schon ansieht. Aber auf keinen Fall wirft man es weg. Nur weil es ein paar Falten bekommt oder Flecken oder eine Staubschicht. Oder man sucht sich gleich dann etwas neues, wenn das Herz nur einen Tick langsamer schlägt.
Zumindest behält man es aber in Erinnerung. Weil man selbst ja auch nichts weiter kann. Als Dasein.

Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Unendlich.

Weil ich mir nicht vorstellen kann wofür das alles gut sein soll die Arbeit die Liebe und das Fernsehen wenn doch alles endet und wir nichts mit dahin nehmen können wo wir ja sowieso nicht hingehen und weil ich nicht einsehe warum ich die Welt als große Chance sehen soll wenn man doch im Kreis läuft geht man seinen Weg immer geradewegs und außerdem finde ich es unfair dass das Weltall unendlich sein soll und wir nicht dahin können zumindest nicht sehr weit und manchmal bin ich schon damit überfordert wenn ein guter Film aufhört oder die Band keine Zugabe spielt und außerdem will ich nicht dass Gefühle vergehen zumindest sollte man ihnen hinterherlaufen und sie zum umkehren zwingen können dass ich erst eine Uhr rückwärts laufen sehen habe und dass ich ihr hätte folgen sollen und dass selbst hier in diesem Satz alles auf den Schlusspunkt hinausläuft. Da sieht man es wieder.

Ich hatte mir das wirklich alles irgendwie anders vorgestellt.
Mit dem Leben. Aber verstehen sie mich nicht falsch. Ich will mich gar nicht beklagen. Es ist halt nur so. Dass ich irgendwann sterbe.

3.2.07 03:29
 


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Fred (3.2.07 04:02)
Blowjobs

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