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Ich könnte jederzeit aufhören...

...Dich zu lieben

Nur noch ein bisschen,
eine Weile dieses Kribbeln,
halten, festhalten,
die Fingernägel hineinbohren,
irgendwann loslassen,
dann, wenn ich will,
ich will noch nicht.

Nur noch eine Zeit lang,
ein paar Tage die Gedanken,
grübeln, genießen,
ein zweites Mal durchleben,
irgendwann vergessen,
wenn ich soweit bin,
noch will ich an Dich denken.

Nur noch eine Weile,
den Schmerz erleiden,
durchhalten, weinen,
kleine Tränen verdrücken,
die irgendwann trocknen,
bald, wenn ich kann,
noch bin ich nicht bereit.

3.2.07 04:11


Darf es mir schlecht gehen?

Ständig liest oder hört man etwas darüber wie schwer es viele Menschen haben. Ich habe es so leicht, aber warum geht es mir oft so schlecht?

 Hunger, Umweltkatastrophen und andere schreckliche Ereignisse, ständig passiert irgendetwas auf der Welt. Die Nachrichten prasseln förmlich auf mich ein, ich verstehe die Bedeutung, die Folgen nicht einmal richtig. Eine Horror-Nachricht jagt die nächste.

Während ich mir diese Nachrichten anhöre, denke ich darüber nach, wie schlecht es mir geht. Obwohl es mir im Vergleich doch so gut geht. Streit mit den Eltern oder Liebeskummer, das ist nichts im Vergleich zu dem, was auf dieser Welt passiert. Nun habe ich ein schlechtes Gewissen, weil es mir schlecht geht. Etwas, dass mir auch nich weiterhilft.

Vermutlich bin ich ein furchtbarer Egoist. Ich denke nur an mich und meine Probleme. Denkt man jetzt wenn man das hier so liest. Doch ich denke, dass jedem solche Situationen bekannt sind.

Doch auch bei Situationen, die nicht so weit weg sind, fällt mir diese Tatsache immer wieder auf. Allein wenn ich über das Schicksal mancher Freundinnen nachdenke, bekomme ich das Gefühl, dass es mir nicht schlecht gehen darf.

Aber trotzdem geht es mir dann nicht besser.

3.2.07 03:39


Mein Fehler...

Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Flüssiger.

Ich dachte die Dinge würden ineinander übergehen. Dass sich eins dem anderen die Hand reicht. Dass beim Abschied ein wenig mehr. Und dass nach einem Anfang genug. Zeit bleibt. Bis zum nächsten Abschied.
Ich dachte alles wäre ein großer Fluss. Mit zwei Ufern links und rechts. An denen man sich raushalten kann. Oder Steine springen lassen. Mit seichtem Wasser an den Rändern. Für die, die sich nur die Hosen hochkrempeln wollen. Und einer reißenden Strömung in der Mitte. Für jene mit Ziel. Denen das Wie an sich nichts bedeutet.
Ich dachte es würde seinen Weg ins Tal finden. Aber es staut sich in der Brustgegend. Ich dachte es würde einem die Kehle hinunter stürzen. Aber es wird im Mund immer mehr.

Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Weicher.

Man bedeckt sich gegenseitig mit Schrammen. Man schürft sich tiefe Wunden in die Herzen. Man versteinert innen wie außen und kann sich bald um keine Kurve mehr biegen. Man fällt aufeinander herein. Und es sammeln sich die blauen Flecken in den Geschichten von früher. Man kämpft umeinander solang mit harten Bandagen. Bis man den anderen Gegner nennt. Man lässt sich einen Dreitagebart am Glaskinn stehen. Und provoziert lieber Tiefschläge. Man spricht mit verstellter Stimme und sammelt die Kreide daheim im Medizinschrank. Jeder räumt seine Gästebetten in die Besenkammer. Damit keiner länger als nötig bleibt. Es wird auf den Böden geschlafen. Lieber noch als an Schultern geweint.
Man ist so steif geworden. Man kommt ja kaum noch an sich selbst heran.


Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Langsamer.

DieSonnegehtnichtaufundunter. SieistnichtmehralseinBlitz.
DieTagenützeneinemnichts. DiemeistentaugennichtmalfüreineErinnerung.
DieMenschenkommengehen. IhreGesichterbeginnenschonsichzuähneln.
ManhatsovielfreieZeit. UndsperrtsiesichansHandgelenk.
GroßspurigeAutobahnen. Mankannsichrechtsundlinksselbstüberholen.
DieMenschensuchenunentwegt. Undverbrauchensichineinemfort.
Wasduheutekannstbesorgen. Hättegesternschonmitdhlkommensollen.
KannstdunichtSchritthalten. WarstduvonAnfanganzurückgeblieben.
Esgiltanzukommen. DabeigabesaufdemWegvielzusehen.

Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Konstanter.

Und zwar ungefähr so.
Man findet etwas. Wonach man sich lang die Halswirbel krumm gesucht hat. Und behält es für sich. In der Hosentasche zum Beispiel. Und fährt mit den Fingern heimlich darüber, wenn man etwas von seinem Glück braucht. Oder. Benutzt es weil es einem gerade in den Kram passt. Manche Sachen sind ja so praktisch, dass man sie theoretisch zu allem benutzen kann. Oder. Stellt es dahin, wo man es gern ansieht. Auch wenn man ihm das Alter schon ansieht. Aber auf keinen Fall wirft man es weg. Nur weil es ein paar Falten bekommt oder Flecken oder eine Staubschicht. Oder man sucht sich gleich dann etwas neues, wenn das Herz nur einen Tick langsamer schlägt.
Zumindest behält man es aber in Erinnerung. Weil man selbst ja auch nichts weiter kann. Als Dasein.

Ich hatte mir das anders vorgestellt.
Unendlich.

Weil ich mir nicht vorstellen kann wofür das alles gut sein soll die Arbeit die Liebe und das Fernsehen wenn doch alles endet und wir nichts mit dahin nehmen können wo wir ja sowieso nicht hingehen und weil ich nicht einsehe warum ich die Welt als große Chance sehen soll wenn man doch im Kreis läuft geht man seinen Weg immer geradewegs und außerdem finde ich es unfair dass das Weltall unendlich sein soll und wir nicht dahin können zumindest nicht sehr weit und manchmal bin ich schon damit überfordert wenn ein guter Film aufhört oder die Band keine Zugabe spielt und außerdem will ich nicht dass Gefühle vergehen zumindest sollte man ihnen hinterherlaufen und sie zum umkehren zwingen können dass ich erst eine Uhr rückwärts laufen sehen habe und dass ich ihr hätte folgen sollen und dass selbst hier in diesem Satz alles auf den Schlusspunkt hinausläuft. Da sieht man es wieder.

Ich hatte mir das wirklich alles irgendwie anders vorgestellt.
Mit dem Leben. Aber verstehen sie mich nicht falsch. Ich will mich gar nicht beklagen. Es ist halt nur so. Dass ich irgendwann sterbe.

3.2.07 03:29


Fernweh...

Ich muss etwas für mich tun.
Muss mich retten, mir helfen.
Doch hier schaffe ich das nur übergangsweise.
Die Menschen hier sind alle schrecklich kleinkariert.
Ungewollt kapseln wir uns von ihnen ab, ziehen unser Ding durch und ernten nur Schulterzucken.
Wir sitzen in einem goldenen Käfig.
Werden nicht das Gefühl haben, nach dem Abi jemanden zu vermissen.
Ich will die Freiheit spüren.Ich will morgens aufwachen und in die Stadt gehen, Kaffee trinken und lesen.
Ich möchte über hübsche Pflastersteine laufen, den Regen auf den noch von der Sonne gewärmten Steinen riechen und Leute beobachten.
Große, dicke, dünne, kleine, hübsche und hässliche.
Ich möchte unbekannt sein.
Eine von vielen möchte ich sein.
Und nicht eine von wenigen.

Das erdrückende Gefühl, das ich jeden Tag habe macht mich unglücklich.Es erdrückt mich.Manchmal mehr und manchmal weniger.
Von Tag zu Tag sehne ich mich nach Menschen und Aktivität.
Nach Hochdeutsch, Spontanität und zufälligen Treffen.

Ich brauche Stadt.
Ich brauche die Ferne.

3.2.07 03:21


Freigetanzt...

Revolution schreit mein Kopf, Rebellion mein Herz...Ich spüre den Bass im ganzen Körper. Der Gesang schneidet sich in mein Gehirn ein. Die Gitarren lassen meine Füße zucken. Ich kannst mich nicht mehr halten, schließe die Augen und lasse mich im Rhythmus der Musik treiben. Es fährt durch meinen Körper, in jede Zelle. Es ist wie ein Rausch. In diesen Moment gibt es nur mich. Mich und dieses Lied. Ich möchte am liebsten schreien. Die Worte Rock`n`Roll an jede Wand schmieren. Alle Fesseln, die mich halten niederreißen. Wut steigt in mir auf. Es lodert wie ein Feuer in mir. Ich will aus diesen scheiß bürgerlichen Leben ausbrechen. Endlich Freiheit spüren können. Alle sorgen und Probleme hinter mir lassen. Mein ganzes bisheriges Leben wurde ich eingezwängt. Mir wurde gesagt was ich zu tun und zu lassen habe. Was falsch und was richtig ist. Wieso könnt ihr mich nicht lassen wie ich bin? Mit meinen ganzen Gedanken und Gefühlen die ich hab. Ich bin nicht so wie ihr mich haben wollt. Ich bin verdammt noch mal eine eigene Persönlichkeit, mit Wünschen und Träumen, so wie ihr sie auch habt. Mir ist es egal wenn ihr den Kopf über mich schüttelt oder mich auslacht. Denn was wisst ihr schon über mich? Was ich fühle? Wie ich fühle? Nein, davon habt ihr keine Ahnung! Ich werfe meine Hände in die Luft. Lautlos schrei ich die Worte des Textes in den Raum. Dieses Lied gehört mir. Mir ganz allein. Und ich werde es genießen. Mit jedem Ton, mit jeder Note. Mit dem Herzen welches da so laut in meiner Brust schlägt.

3.2.07 03:12


Die Frage...

Die Frage, auf die ich bis gestern nie eine Antwort wusste...Bis gestern..."Warum schreibst du eigentlich?"...Das Schreiben ist für mich die Hand, die versucht, die Schatten der Grashalme einzufangen. Unwirkliches ein stückweit greifbarer werden zu lassen, ohne es je festhalten zu können. Es durch zu viele Antworten gar nicht festhalten zu wollen. Nein, ich schreib nicht, um eine Welt zu beantworten, die morgen nicht mehr dieselbe ist. Fragen, so finde ich, sind zeitlos – Antworten nie. Und manchmal, sind Fragen ohnehin die besseren Antworten...
3.2.07 03:09


Sonntagsspatziergang?

Seine Verzweiflung bei minus 8 Grad auf den Asphalt kotzen...

Die kühle Luft wehte ihr hinter die Ohren und kroch ihr in den Nacken. Sie spürte, wie die Kopfschmerzen, die ihre Gedanken im Moment noch einzuschnüren schienen, langsam nachließen. Sie beobachtete, wie ihre Schuhe nacheinander, erst der linke dann der rechte, in ihrem Blickfeld auftauchten und wieder verschwanden. Sie sah immer auf den Boden. Eine Angewohnheit, die sie sich selbst nicht erklären konnte. Wahrscheinlich war sie einfach zu faul, den Kopf zu heben. Hätte sie es diesmal getan, hätte sie die zugeschneiten Felder sehen können. Der Schnee glitzerte im Sonnenlicht und ... ja, das klingt kitschig, doch es war nun einmal so. Sie war nicht in der Stimmung für glitzernden Schnee. Sie war aus ihrem Loch gekrochen oder geflohen, musste für eine Weile weg sein. Schreib auf, was sie alles falsch gemacht hat und falsch machen wird, womit sie sich zerstört und nebenbei auch noch dich. Bitte schreibe es auf, sie kann es nämlich nicht mehr hören. Sie könnte jetzt nach Hause gehen, erklären, dass sie heulte, weil ihr doch alles so sehr leid tat, und nicht etwa, weil sie so wütend war, dass sie Kopfschmerzen bekam, dass sie nicht mehr klar denken konnte. Es würde heißen, es wäre schon gut, und sie solle sich einfach mehr Mühe geben. Dann würde man sich in den Armen liegen und alle würden versprechen sich zu besser. Die Damen und Herren verließen zufrieden das Kino. Es wird nicht mehr gezeigt, wie später jemand hinter einer Tür lehnt, sich die Seele aus dem Leib schreit, laut genug, um die Schreie, die von der anderen Seite der Tür kommen, zu übertönen. Am wütendsten machte es sie, wenn sie sich ertappt fühlte. Nein, aus ihr würde nie etwas werden. Es gibt Menschen, die sich sehr viel mehr Mühe in ihrem Leben geben, aus denen ist nichts Nennenswertes geworden. Warum also sollte sie etwas erreichen? Das führte sie zu der Frage, was sie mit diesem orientierungslosem, leerem Ding, das da in ihren Händen lag, ihrem Leben, eigentlich anfangen sollte. Sie konnte sich nicht sicher sein, ob sie es nicht, genau wie jeden einzelnen Regenschirm, den sie je besessen hat, im Bus liegen lassen würde. Es einfach verlieren, irgendwo auf der Strecke zurücklassen würde. Sie sah sich in zwanzig Jahren vor dem Fernseher sitzend, verblödet, wunschlos einfach, sich noch ein letztes Mal aufraffend, das Essen für die Kinder zu kochen. Sie setzte sich im Schneidersitz an den Straßenrand und ließ sich nach hinten in eine verschneite Hecke fallen. Der Schnee kühlte ihren Kopf wunderbar ab, sie schloss die Augen und beobachtete die davor tanzenden schwarzen Punkte. Sie wusste, was auch immer mit ihrem Leben passierte, allein an ihr lag, und es ausnahmweise nichts war, was ihr irgendwer abnehmen konnte. Sie überlegte gerade, ob sie nach Hause gehen sollte, als eine ältere Frau mit einer knallorangen Regenjacke und einem kleinen Kind an der Hand den Weg entlang kam. Die Frau drehte im Vorbeigehen übertrieben deutlich den Kopf zu ihr um und runzelte die Stirn. Sie hatte auf einmal das unglaubliche Bedürfnis, zu der Frau hinzugehen und ihr vor die Füße zu kotzen.

3.2.07 02:57


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